Auf dem Weg nach Tokio - Olympionik*innen erzählen

Die Stadt Mülheim an der Ruhr wird bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio/Japan (23. Juli bis 8. August 2021) sehr gut vertreten sein: durch Athlet*innen im Badminton, Hockey, Rudern und Schwimmen sowie durch zwei Hockey-Schiedsrichter. „Mülheim macht Sport“ stellt die Mülheimer Olympiateilnehmer*innen nach und nach vor. Den Auftakt im Rahmen dieser Serie machte Badmintonspielerin Yvonne Li, nun ist zudem das Interview mit Schwimmer Damian Wierling online. Fortsetzung folgt ... 

„Badminton ist extrem vielfältig!“

Mit ihren gerade einmal 23 Jahren zählt Badmintonspielerin Yvonne Li zu den „Youngsters“ im „Team Deutschland“, das bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio/Japan (23. Juli bis 8. August 2021) antritt. Die 32-malige Nationalspielerin, die im Deutschen Badminton-Zentrum (DBZ) an der Südstraße trainiert und für den SC Union Lüdinghausen in der 1. Badminton-Bundesliga aufschlägt, qualifizierte sich 2021 erstmalig für das prestigeträchtigste Großereignis der Welt. Im Interview mit „Mülheim macht Sport“ erläutert Yvonne Li u. a., was sie an der Sportart Badminton fasziniert, welche Erwartungen sie an das Multisportevent hat und was in ihrem Koffer für Tokio keinesfalls fehlen darf.

Mülheim macht Sport: „Mit welchen Gefühlen blickst Du auf die bevorstehenden Olympischen Spiele?“

Yvonne Li: „Es gibt einem nicht das tollste Gefühl, wenn man aus den Medien nur Contra-Olympia-Stimmen hört. Man selbst hofft so sehr, dass die Olympischen Spiele stattfinden. Aber rational betrachtet, bergen die Olympischen Spiele natürlich ein großes Gefahrenpotenzial. Man wird sich vor Ort vermutlich gar nicht wirklich frei fühlen, aber selbst unter diesen Bedingungen würde ich super gerne dort spielen.“

Mülheim macht Sport: „In welcher Disziplin wirst Du in Tokio an den Start gehen?“

Yvonne Li: „Im Dameneinzel.“

Mülheim macht Sport: „Worauf freust Du Dich besonders, wenn Du an Olympia in Tokio denkst? Und andererseits: Was betrübt Dich ggf. besonders, wenn Du an Olympia in Tokio denkst?“

Yvonne Li: „Ich habe mich sehr auf das Flair gefreut, gerade auch im olympischen Dorf, wo alle Nationen zusammen sind und man andere Sportlerinnen und Sportler aus dem ‚Team Deutschland‘ trifft. Ich wollte auch gerne in andere Arenen reinschauen. Das wird aber wahrscheinlich eher restriktiv gehandhabt werden. Schade ist es natürlich auch, dass man Tokio nicht wirklich wird erleben können. Normalerweise bleibt man nach einem solchen Wettkampf noch ein paar Tage vor Ort. Diesmal müssen wir aber, glaube ich, schnell wieder abreisen, wenn wir verloren haben.“

Mülheim macht Sport: „Wie sieht Dein ‚Programm‘ bis Tokio aus? Hast Du bis dahin noch Wettkämpfe?“

Yvonne Li: „Das Turnier ist natürlich eines, auf das man sich akribisch vorbereitet. Das ist der absolute Höhepunkt und ich hoffe, dass ich richtig fit bin. Ich spiele vorher kein internationales Turnier mehr, es steht allerdings Bundesliga an.“

Mülheim macht Sport: „Was darf in Deinem Koffer, den Du für Tokio packst, keinesfalls fehlen? Hast Du z. B. ein Maskottchen oder einen Glücksbringer, das bzw. der Dich zu allen besonders wichtigen Wettkämpfen begleitet?“

Yvonne Li: „Einen richtigen Glücksbringer habe ich nicht, aber vielleicht bekomme ich ja noch einen ...“

Mülheim macht Sport: „Was fasziniert Dich an der Sportart Badminton?“

Yvonne Li: „Ich habe immer das Bestreben, das Beste aus mir rauszuholen – und ich finde Wettkämpfen total spannend. Mein Wunsch ist es, Badminton irgendwann auf dem höchstmöglichen Niveau auszuüben. Es haben nicht viele Menschen die Möglichkeit, Sport auf Weltklasseniveau auszuüben. Ich scheine dafür ein gewisses Talent und auch Fleiß zu haben. Badminton ist extrem vielfältig. Das bezieht sich nicht nur auf sportliche Fähigkeiten, sondern es bietet auch Gemeinschaft – u. a. durch die Disziplinen Doppel und Mixed, Teamevents oder wenn man in der Jugend mit dem Verband als Gruppe zu Turnieren fährt. Spaß bringen auch die Lehrgänge und Camps mit sich. Obwohl Badminton eine Individual-Sportart ist, ist der Gruppengedanke dabei. Badminton ist eine richtige Sportgemeinschaft, eine kleine Familie. Wer im Badminton gut sein möchte, braucht alles ein bisschen. Gleichzeitig hat jeder seine Stärken. So gibt es in der Weltklasse ganz viele unterschiedliche Spielertypen.“

Mülheim macht Sport: „Wenn Dich eine junge Sportlerin fragt, was man benötigt, um solch eine hervorragende Badmintonspielerin zu werden, wie Du eine bist. Was antwortest Du ihr?“

Yvonne Li: „Ganz wichtig ist Fleiß! Man muss im Badminton sehr, sehr viel trainieren. Man benötigt z. B. ein gutes Ballgefühl und die Auge-Hand-Koordination sollte einem nicht zu schwerfallen.“

Mülheim macht Sport: „Wie viele Trainingseinheiten absolvierst Du pro Woche?“

Yvonne Li: „Das sind insgesamt ca. neun Einheiten. Außer mittwochs trainiere ich an jedem Wochentag zweimal. Am Wochenende lege ich zusätzlich mindestens eine Einheit ein – Krafttraining oder Laufen.“

Mülheim macht Sport: „Weißt Du schon, welche Outfits Ihr als ‚Team Deutschland‘ für Tokio erhalten werdet?“

Yvonne Li: „Ich habe einige Bilder von der Einkleidung gesehen. Die sahen ganz cool aus.“

Mülheim macht Sport: „Ist für Dich schon ‚greifbar‘, dass Du bald zum ‚Team Deutschland‘ zählen und in wenigen Wochen Deutschland bei den Olympischen Spielen vertreten wirst?“

Yvonne Li: „Dass ich zum ‚Team Deutschland‘ gehöre, schon. Aber dass ich bald bei den Olympischen Spielen sein werde, noch nicht wirklich.“

Mülheim macht Sport: „Hast Du schon einmal ein Turnier in Japan bestritten?“

Yvonne Li: „Nein, noch nie. Ich war zwar schon einmal dort, bin aber seinerzeit als zweite Nachrückerin nicht ins Starterfeld gekommen. Ich finde das Land sehr faszinierend. Ich habe meinen Bruder in Japan besucht, als er dort ein Auslandssemester absolviert hat. Das war eine der coolsten Woche, die ich erlebt habe.“

Mülheim macht Sport: „Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin gut Vorbereitungen auf Tokio und dann natürlich vor Ort tolle Erlebnisse!“

„Ich freue mich auf spannende Wettkämpfe!“

Nachdem Schwimmer Damian Wierling 2016 in Rio de Janeiro/Brasilien seine Olympiapremiere feiern durfte, wird der heute 25-Jährige 2021 in Tokio seine zweiten Olympischen Spiele erleben. Im Interview mit „Mülheim macht Sport“ erläutert der Mülheimer, der für die SG Essen startet, u. a., was ihn an der Sportart Schwimmen fasziniert, welche Erwartungen er an das Multisportevent in der japanischen Hauptstadt hat (23. Juli bis 8. August 2021) und was in seinem Koffer für Tokio keinesfalls fehlen darf.

Mülheim macht Sport: „Wie hast Du die Olympiaqualifikation erlebt? Ursprünglich sollten die Olympischen Spiele ja bereits im Jahr 2020 ausgetragen werden, doch wegen der Corona-Pandemie wurden sie bekanntlich verschoben.“

Damian Wierling: „Es war ein bisschen ein Auf und Ab. Da ich 2020 nicht zu 100 % fit war, war die Verlegung der Olympischen Spiele für mich eigentlich ganz gut passend.“

Mülheim macht Sport: „In welchen Disziplinen wirst Du in Tokio an den Start gehen?“

Damian Wierling: „Über 100 m Freistil, in der 4x100-m-Freistil-Staffel und in der Lagen-Staffel.“

Mülheim macht Sport: „Worauf freust Du Dich besonders, wenn Du an Olympia in Tokio denkst? Und andererseits: Was betrübt Dich ggf. besonders, wenn Du an Olympia in Tokio denkst?“

Damian Wierling: „Es ist schade, dass die Zuschauerzahlen nicht so hoch sein werden. Ich freue mich aber auf unverändert spannende Wettkämpfe und hoffe, dass auch das Feeling im olympischen Dorf so sein wird, wie ich es kenne.“

Mülheim macht Sport: „Wie sieht Dein ‚Programm‘ bis Tokio aus? Hast Du bis dahin noch Wettkämpfe?“

Damian Wierling: „Ja, am ersten Juni-Wochenende finden die Deutschen Meisterschaften im Rahmen der ‚Finals‘ statt. Der Wettkampf liegt mitten in der Trainingsphase für Tokio, sodass ich auch meinen aktuellen Trainingsplan mit nach Berlin nehmen und dort auch auf Nebenstrecken an den Start gehen werde. Ende Juni fliegen wir nach Rom, wo wir noch einen schönen Wettkampf absolvieren, ehe es von dort in ein zehntägiges Trainingslager, vermutlich auf Teneriffa, geht.“ 

Mülheim macht Sport: „Was darf in Deinem Koffer, den Du für Tokio packst, keinesfalls fehlen?“

Damian Wierling: „Ich nehme immer mein Kopfkissen mit. Ich bin ein Bauchschläfer und benötige ein kleines und handliches Kissen. Guter Schlaf ist im Hinblick auf Wettkämpfe immer mit das Wichtigste.“

Mülheim macht Sport: „Wie sieht es diesbezüglich mit speziellen Lebensmitteln aus?“

Damian Wierling: „Ich habe schon meine eigenen kleinen Nahrungsergänzungsmittel, die ich mitnehme, aber ansonsten verlasse ich mich auf die Mensa. Ich werde auch versuchen, mein Frühstück mitzunehmen, aber für einen Zeitraum von drei Wochen ist das nicht so einfach. Ich werde es mir einteilen für die wichtigen Tage.“

Mülheim macht Sport: „Hast Du auch ein Maskottchen, das Dich zu allen besonders wichtigen Wettkämpfen begleitet?“

Damian Wierling: „Ja, ich habe einen kleinen Gepard. ‚Gepard‘ ist ein bisschen mein Spitzname geworden.“ 

Mülheim macht Sport: „Hast Du bestimmte Rituale, mentale Techniken o. Ä., mit denen Du Dich auf einen unmittelbar bevorstehenden Wettkampf vorbereitest? Falls ja, welche sind das?“

Damian Wierling: „Ich versuche vor einem Wettkampf immer, in einen State of Mind zu kommen, wo alles drumherum unwichtig ist. Ich habe ein bestimmtes Pre Race-Programm und in dem Zusammenhang lässt sich mit einem Maskottchen gut arbeiten – als Träger für Emotionen. Ich habe einen festen Ablauf, z. B. bestehend aus Einschwimmen, Badehose anziehen, Kaffee trinken etc.“ 

Mülheim macht Sport: „Was fasziniert Dich an der Sportart Schwimmen?“

Damian Wierling: „Schwimmen besteht aus drei schönen Komponenten: Kraft, Ausdauer und Technik. Es muss immer alles vorhanden sein, um vorwärts zu kommen. Außerdem benötigt man u. a. ein Auge fürs Detail. Es wird grundsätzlich nie langweilig, man kann immer etwas trainieren.“

Mülheim macht Sport: „Wenn Dich ein junger Sportler fragt, was man ‚benötigt‘, um solch ein Weltklasseschwimmer zu werden, wie Du einer bist. Was antwortest Du ihm?“

Damian Wierling: „Ich würde ihm sagen, dass eben immer alle drei Komponenten wichtig sind, wobei mit zunehmendem Alter vor allem Ausdauer und Technik eine Rolle spielen. Man muss Verständnis für die Sportart erlangen und seine eigene Technik entwickeln.“

Mülheim macht Sport: „Wie viele Trainingseinheiten absolvierst Du pro Woche?“

Damian Wierling: „Aktuell sind es neun Wassereinheiten und drei Krafteinheiten.“

Mülheim macht Sport: „Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin gut Vorbereitungen auf Tokio und dann natürlich vor Ort tolle Erlebnisse!“

„Ohne meine Eltern wäre ich nicht da, wo ich bin!“

Auch im Herreneinzel gelang es einem Badmintonass, das im Deutschen Badminton-Zentrum (DBZ) an der Südstraße trainiert und in Mülheim an der Ruhr wohnt, sich für die Olympischen Spiele in Tokio/Japan (23. Juli bis 8. August 2021) zu qualifizieren: Kai Schäfer, der in der 2. Badminton-Bundesliga für den hessischen Verein SV Fun-Ball Dortelweil um Punkte spielt. Im Interview mit „Mülheim macht Sport“ erläutert der 27-Jährige, u. a., was ihn an der Sportart Badminton fasziniert und welche Erwartungen er an das Multisportevent in der japanischen Hauptstadt hat.

Mülheim macht Sport: „Wie ist das Gefühl, – vorbehaltlich der Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) – in wenigen Wochen bei den Olympischen Spielen an den Start gehen zu dürfen?“ 

Kai Schäfer: „Ich bin sehr glücklich, dass ich dabei bin!“

Mülheim macht Sport: „Wie hast Du die Olympiaqualifikation erlebt? Im Badminton verlief die Qualifikationsphase wegen der Corona-Pandemie ja zweigeteilt: von April 2019 bis März 2020 und von Januar bis Mai 2021.“

Kai Schäfer: „Wenn ich darüber nachdenke, war es schon eine sehr spezielle Zeit. Als ich in die Olympiaquali gestartet bin, war ich die Nummer 115 der Welt und hatte nicht die beste Phase in meiner Karriere. Ich habe es einfach probiert und hatte keinen Erwartungsdruck. Ich habe mein Bestes gegeben und freue mich natürlich, dass es geklappt hat.“

Mülheim macht Sport: „Hast Du spezielle Erwartungen an die Olympischen Spiele? Falls ja, welche sind das?“

Kai Schäfer: „An das Erlebnis Olympische Spiele hat man theoretisch schon Erwartungen, wenn man sich mit Leuten unterhält, die schon Olympische Spiele erlebt haben. Aber es wird diesmal natürlich anderes sein als sonst. Bezogen auf den Sport habe ich die Erwartung, in Tokio meine bestmögliche Leistung abzurufen.“

Mülheim macht Sport: „Wie sieht Dein ‚Programm‘ bis Tokio aus? Hast Du bis dahin noch Wettkämpfe?“

Kai Schäfer: „Ich werde Mitte Juni noch ein Turnier in Spanien bestreiten, um im Rhythmus zu bleiben. Auf dem Turnier liegt allerdings nicht so sehr der sportliche Fokus, da ich mich mitten in einer harten Trainingsphase befinde. Dass die Vorbereitung auf ein Event zwei Monate vorher beginnt, erlebe ich anlässlich der Olympischen Spiele zum ersten Mal in der Form.“ 

Mülheim macht Sport: „Wann stand fest, dass Du Dich für Tokio qualifiziert hast?“

Kai Schäfer: „Nach der EM (Anm. d. Red.: Ende April/Anfang Mai in Kiew/Ukraine) war absehbar, dass es reichen würde. Nach Portugal (Anm. d. Red.: Anfang Mai in Caldas da Rainha/Portugal) war ich noch sicherer. Es war nur noch die Frage, ob die Turniere in Asien, die danach noch im Rahmen der Olympiaqualifikation vorgesehen waren, stattfinden würden. Am Tag der Absage dieser Turniere (Anm. d. Red.: aufgrund der Corona-Pandemie) war die Qualifikation dann fix.“

Mülheim macht Sport: „Auf was freust Du Dich besonders, wenn Du an Tokio denkst?“

Kai Schäfer: „Ich hoffe, es gibt gutes Essen … (lacht). Ich mag die japanische Küche sehr. Ich fände es außerdem extrem cool, nach meinen Wettkämpfen andere Sportarten anzuschauen. Aber das wird wohl in diesem Jahr nicht möglich sein. Ich bin daher gespannt, was von dem, was Olympische Spiele ausmacht, erhalten bleibt. Ich kenne z. B. das Dorfleben von der Universiade, wo auch rund 12.000 Athletinnen und Athleten zusammenkommen. Die Atmosphäre dort hat mir unheimlich gut gefallen.“

Mülheim macht Sport: „Was bedauerst Du besonders, wenn Du an Tokio denkst?“

Kai Schäfer: „Ich finde es extrem schade, dass meine Familie nicht vor Ort zusehen kann. Ohne meine Eltern wäre ich nicht da, wo ich bin, und sie haben immer gesagt, wenn ich einmal bei den Olympischen Spielen dabei wäre, kämen sie vorbei. Wenn gar keine Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen würden, auch keine einheimischen, fände ich das auch sehr schade. Und ich bedauere, dass ich wohl nicht das Basketball-Dream Team der USA sehen kann.“

Mülheim macht Sport: „Was darf in Deinem Koffer, den Du für Tokio packst, keinesfalls fehlen? Hast Du z. B. einen speziellen Glückbringer, der Dich immer begleitet?“

Kai Schäfer: „Ich habe nicht den einen Glücksbringer. Ich trage wohl immer ein Armband und eine Kette.“

Mülheim macht Sport: „Hast Du ein bestimmtes Motto, nach dem Du Badminton spielst? Falls ja: Welches ist das?“

Kai Schäfer: „Ich habe zwar einige Leitmotive, aber kein richtiges Motto. Mir sind gewisse Grundwerte wichtig, z. B. nehme ich mir vor, mit Leidenschaft zu spielen und eine gewisse Spielfreude zu vermitteln.“

Mülheim macht Sport: „Hast Du bestimmte Rituale, mentale Techniken o. Ä., mit denen Du Dich auf einen unmittelbar bevorstehenden Wettkampf vorbereitest? Falls ja, welche sind das?“

Kai Schäfer: „Vor dem Warmmachen mache ich immer einige Atemübungen. Das dauert nicht lang, nur etwa 3-5 Minuten, aber es hilft mir dabei, alles andere auszublenden.“ 

Mülheim macht Sport: „Hast Du schon einmal ein Turnier in Tokio bestritten?“

Kai Schäfer: „Nein, ich werde zum ersten Mal dort sein – übrigens auch in Japan.“

Mülheim macht Sport: „Was fasziniert Dich an der Sportart Badminton?“

Kai Schäfer: „Badminton wird vor allem in Europa sehr unterschätzt, was die Anforderungen betrifft. Ich mag insbesondere die Vielseitigkeit: Man muss schnell sein, Kraft haben, man benötigt Ballgefühl, man muss schnell Entscheidungen treffen und eine extreme mentale Stärke haben. Badminton vereint alles.“

Mülheim macht Sport: „Wenn Dich ein junger Sportler fragt, was man ‚benötigt‘, um solch ein Weltklassespieler zu werden, wie Du einer bist. Was antwortest Du ihm?“

Kai Schäfer: „Man muss ziemlich fleißig sein. Badminton ist eine sehr trainingsintensive Sportart, bei der viel Disziplin erforderlich ist.“

Mülheim macht Sport: „Wie viele Trainingseinheiten absolvierst Du pro Woche?“

Kai Schäfer: „Ich habe 9-10 Halleneinheiten. Insgesamt spiele ich ca. 20 Stunden in der Woche Badminton. Hinzu kommen Krafttraining etc.“

Mülheim macht Sport: „Hast Du Dir schon einen Eindruck von der offiziellen Bekleidung verschaffen können, die für das ‚Team Deutschland‘ entworfen wurde? Falls ja: Wie gefällt sie Dir?“

Kai Schäfer: „Ich habe mir im Internet einige Teile aus der Kollektion angeschaut, sie gefällt mir ganz gut. Vor allem finde ich es gut, dass viele Sachen farblich die deutsche Flagge symbolisieren. Auch die Teile, die mintgrün sind, finde ich schön.“

Mülheim macht Sport: „Auf was wirst Du im ‚Endspurt‘ auf Olympia besonders achten?“

Kai Schäfer: „Ich werde bald 28 und befinde mich damit in der Phase, in der es darum geht, das, was ich bislang gelernt habe ich meinem Badminton-Leben, so zu vereinen, dass so viel wie möglich klappt. Bei dem harten Training muss ich außerdem gut regenerieren, d. h., gut auf meinen Körper achten. Das betrifft u. a. die Ernährung und das Schlafen.“

Mülheim macht Sport: „Herzlichen Dank für das Gespräch und weiterhin gute Vorbereitungen auf Tokio und dann natürlich vor Ort tolle Erlebnisse!“