Stützpunktvereine "Integration durch Sport"

In Mülheim gibt es zur Zeit fünf anerkannte und ausgezeichnete Stützpunktvereine im Programm "Integration durch Sport" (plus ein ehemaligen). Diese Vereine engagieren sich in besonderer Weise für Migranten*innen, Geflüchtete und sozial Benachteiligte.

Die Sektion Mülheim des Deutschen Alpenvereins macht bereits seit mehr als drei Jahren – in Kooperation mit dem Kletterzentrum Neoliet Mülheim – Geflüchteten, die in Mülheim eine neue Heimat gefunden haben, das Angebot, zweimal im Monat sonntags erste Erfahrungen im Klettern zu sammeln bzw. ihre Fertigkeiten in der Trendsportart zu verbessern. An jedem 2. und 4. Sonntag im Monat haben in Mülheim lebende Geflüchtete ab 16.30 Uhr die Gelegenheit zu klettern und ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig kann das Kletterangebot wesentlich dazu beitragen, dass die Teilnehmer ihr Selbstvertrauen stärken und auch wieder mehr Vertrauen zu anderen Menschen fassen. Gerade für Neuangekommene ist das auch eine gute Gelegenheit, die ersten Kontakte zu knüpfen, Informationen zu bekommen und nicht zuletzt etwas Freude beim gemeinsamen Sport zu haben.

Für all jene Geflüchtete, die schon lange an dem Projekt teilnehmen, besteht zudem die Möglichkeit, eine Übungsleiter- bzw. Trainerlizenz im Klettersport zu erwerben, sodass sie die Organisatoren bei der Durchführung des Angebots unterstützen können. Im Leitungsteam sind auch Menschen, die nach eigener Flucht und Vertreibung bereits Fuß in Mülheim gefasst haben. Sie geben ihre Erfahrungen, Tipps und Empfehlungen gerne weiter.

Der Verein Marathon Mülheim engagiert sich seit Herbst 2015 für die Integration von Flüchtlingen im Sport, wobei der Fokus auf Aktivitäten im Bereich Laufsport liegt. Zielgruppe sind jene Frauen und Männer, die im Flüchtlingsdorf Saarn leben. Manche nehmen nicht allein regelmäßig am Training des Vereins teil, sondern starteten auch schon bei Laufveranstaltungen wie dem RWW-Ruhrauenlauf. Um auf sein Angebot aufmerksam zu machen, setzt der Verein insbesondere auf die persönliche Ansprache der Bewohner*innen des Flüchtlingsdorfs. Zusätzlich sammelte er funktionelle Laufbekleidung bzw. gewann Sponsoren, um Hosen, Schuhe etc. für all jene Interessierten, die über kein geeignetes Equipment verfügen, anschaffen zu können.

Der Primero Club de Futsal hat z. B. ein „PCF Welcome Team" ins Leben gerufen, dem sich erwachsene Flüchtlinge anschließen können, welche die Sportart Futsal ausüben möchten. Das seit 2016 existierende Team stellt eine Kooperation des PCF Mülheim und des PSV Duisburg mit den Städten Mülheim und Duisburg dar und soll den Mitgliedern nicht zuletzt dabei helfen, die deutsche Sprache zu erlernen und sich dadurch auch außerhalb der Sporthalle immer besser hierzulande einzuleben. Darüber hinaus macht der PCF seit 2017 Frauen ein Angebot im Bereich Bewegung und Entspannung/Yoga, das speziell geflüchtete Frauen wahrnehmen. Außerdem hat der Verein für das Bildungsjahr 2017/2018 eine FSJlerin mit Migrationshintergrund angestellt, die als „Brückenbauerin" fungierte.

Der Fußballverein nimmt in seiner 1. Mannschaft immer mehr Geflüchtete und Migranten auf. Diese werden unter anderem bei Behördengängen und bei der Jobsuche unterstützt. Außerdem werden gemeinsame Ausflüge unternommen.

Das Programm des VBGS beinhaltet bereits seit 20 Jahren Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit und ohne Beeinträchtigung. Ob beim Schwimmen, bei Bewegungsspielen im Wasser und in der Turnhalle oder bei Gymnastik: Immer geht es den Verantwortlichen auch darum, die sozialen Kompetenzen der Teilnehmenden zu fördern. Dabei haben die Heranwachsenden die Möglichkeit, den vom VBGS eingerichteten Fahrdienst zu nutzen, um zu den Sportstätten und wieder zurück zu gelangen. Seit Januar 2017 bietet der VBGS zudem speziell für Kinder aus verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in Mülheim Bewegungsspiele im Wasser an.

Der VfB Grün-Weiß Mülheim wurde primär aufgrund seines Badminton- Angebots in der Astrid Lindgren-Schule zum „Anerkannten Stützpunktverein im Programm Integration durch Sport" ernannt: Jeweils einmal wöchentlich geben dort zwei Trainer*innen und ein Trainer-Assistent des VfB Grün-Weiß Mülheim Kindern mit Migrationshintergrund während 90 Minuten die Möglichkeit, die Sportart Badminton kennen zu lernen und bei ihnen Begeisterung dafür zu wecken. Eine Sozialpädagogin der Schule unterstützt sie dabei. Der VfB Grün-Weiß Mülheim verfolgt mit dem Projekt drei wesentliche Ziele: jenen Mädchen und Jungen aus der Gruppe, die besonders viel Spaß am Badminton gefunden haben, den Übergang in den Verein zu erleichtern und somit Mitglieder in einer neuen Zielgruppe zu gewinnen, Talente zu suchen und den Sportverein als stabile Komponente im Leben der Kinder zu implementieren. Auch die Tatsache, dass der Verein Ende 2017 einen ehemaligen russischen Profispieler als Trainer gewinnen konnte, fördert beim VfB Grün-Weiß Mülheim die Integration.

Jana Hartwich

Jana Hartwich

Referentin "Integration durch Sport" und "NRW bewegt seine KINDER!"